Die Objektive
Die
Objektive entwerfen das Bild und projektieren es auf den Film bzw Chip.
Objektive sind Konstrukte aus verschidenen konkaven und konvexen Linsen, die die Lichtstrahlen auf die Filmebene bündeln. Somit haben sie eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Aufnahme. Es bringt wenig sich eine teure Kamera zu kaufen und dann beim
Objektiv zu sparen. Wenn gespart werden muss, kauf dir lieber ein Kameramodell kleiner und dafür ein gutes Objektiv.
Objektive haben gewisse Daten die über ihre Eigenschaften Aufschluss geben. Die
Brennweite, die
Lichtstärke, und der
Bildkreis. Bildkreise sind wichtig, bei
Großformatkameras, die die Perspektive regeln können.
Die
Objektive werden nach ihrer Fokusierungsmethode (Autofocus oder Manualfocus) und nach den Brennweiten unterschieden.
Unabhängig dieser Unterscheidungen, entscheiden
5 Faktoren über die Qualität
Wie bei den
Kameratypen schon erwähnt, arbeiten die beiden Fokusiermethoden gleich. Hier gehe ich ein bisschen mehr auf ihre Charaktereistiken und ihre Vor- und Nachteile ein. Grundsätzlich ist ein
Objektiv mit Manualfokus leichter, billiger und unabhängig von der elektrischen Versorgung. Ein weiterer Vorteil ist die Tiefenschärfenskala die zumindest die älteren
Objektive eingraviert haben, so kannst du sehen welche Schärfentiefe du bei welcher Blende erhältst Allerdings sind sie langsamer als ein Autofocusobjetiv.
Die Autofokusobjektive dagegen, haben jene Nachteile die die manuellen als Vorteile haben. Heißt sie wiegen mehr, da sie einen Motor integriert haben, der die Glaselemente verschiebt dieser Moter velangt nach elektronischer Versorgung und nimmt Platz ein der
Lichtstärke kostet. Ein Autofokusobjekiv mit Lichtstärke 2.8 wiegt um einiges mehr als sein manuelles Gegenstück, ganz zu schweigen vom Preis, da der Durchmesser um einiges größer ist. Der Autofocus kann bei glatten und spigelnden Oberflächen Probleme haben.
Wenn du nicht gerade ein Zoomobjektiv von 80-200mm mit Lichtstärke 2.8 haben willst, das etwa 1500 € kostet, stellt sich bei den heutigen Preisen und Angeboten der Objektive im Kleinbildformat nicht mehr die Frage ob Autofokus oder Manueller Fokus. Im zweifel kannst du den Autofokus abstellen und manuell fokusieren.
Die Brennweite des Objektivs bestimmt die Größe des Motivs auf dem Film. Ein Objekt wird, bei gleichem Abstand, von einem Objektiv mit
langer Brennweite (Teleobjektiv) größer dargestellt als von einem Objektiv mit
kurzer Brennweite (Weitwinkelobjektiv).
Brennweite und Abbildungsgröße auf dem Film sind proportional zueinander. D.H. wenn sich die Brennweite des Objektivs verdoppelt, z. B. von 50mm auf 100mm, verdoppelt sich auch die Größe des Motivs auf dem Film. (Bei gleichem Aufnahmeabstand!)
Die Brennweite stellt ein Motiv gleich groß dar, unabhängig vom Filmformat. Ein 100mm
Objektiv wird also ein Objekt immer gleich groß auf den Film projektieren, egal ob es mit einer
Kleinbild-,
Mittelformat- oder
Großformatkamera aufgenommen wird, es kann aber sein, das bei einem kleinen Filmformat das Motiv nur teilweise aufs Bild kommt. (Ausschnitt)
Weitwinkel-Teleobjektiv sind deshalb relativ zur Diagonalen des Filmformats (siehe
Normalobjektiv)
Filmformate sind rechteckig (oder quadratisch im Falle des 6x6
Mittelformats)
Objektive entwerfen aber ein Kreisförmiges Bild. Bei der Angabe des Bildkreises handelt es sich um den Bereich, den das
Objektiv scharf auszeichnet. Wichtig ist dies eigentlich nur bei Kameras, die die Perspektive verstellen können also bei
Großformatkameras. Da bei diesen Kameras die Objektive aus der optischen Achse bewegt werden können und dann die Lichtstrahlen eher diagonal einfallen, ist es hier wichtig, das der Bildkreis genügend "Bewegung" zulässt, also größer ist als das Filmformat.
Objektive haben bestimmte Abbildungsfehler, oder auch Linsenfehler. Es ist nicht möglich alle Linsenfehler auszuschalten, einige lassen sich durch
abblenden verringern oder eliminieren, andere werden während der Konstruktion vom Hersteller korrigiert, aber diese Korrektionen sind meist teurer.
Es gibt 7 Abbildungsfehler, wovon sich 5 auf die Schärfe auswirken:
Sphärische Aberation, chromatische Aberation, Bildfeldwöbung, Astigmatismus und Koma. Jeder dieser Abbildungsfehler wird auf verschiedene Art und Weise korrigiert. Das ist der Grund der Preisunterschiede zwischen Objektiven der selben Brennweite.
Sehr lichtstarke Objektive z. B. f=2.8 oder mehr, stellen das Bild mit einem relativ großen Anteil Lichtstrahlen, die nahe des Randes einfallen her. Durch abblenden werden diese Lichtstrahlen abgehalten und es werden die Lichtstrahlen nahe der optischen Achse benutzt. Zwei Blendenschritte sind ausreichend, übermäßiges Abblenden, kann dazu führen, dass die Lichtstrahlen an den Kanten der Blende gebeugt werden, was wiederum zu Schärfeverlust führt.
Objektive zeichnen zwischen 5 und 50 Metern am schärfsten.
Farbkorrektur
Das Licht verschiedener Farbe hat nicht die gleiche Wellenlänge, deshalb wird es nicht gleich gebrochen. Um das Licht auf der gleichen Ebene zu vereinen. Die meisten
Objektive sind Achromatische
Objektive. Bei diesen Objektiven werden 2 der 3 Farben auf die gleiche Ebene projekziert.
Bei den apochromatischen Objektiven werden die Lichtstrahlen aller 3 Farben auf die gleiche Ebene gebündelt. Diese
Objektive sind durch ein APO auf der Objektivfassung gekennzeichnet und sehr viel teurer als ein Achromatisches Objektiv gleicher Brennweite (für das gleiche Filmformat).
Das
Normalobjektiv oder auch Standardobjektiv entspricht in der Brennweite, der Diagonalen des Filmformats. D.H. das 50mm
Objektiv ist das Normalobjektiv im
Kleinbildsystem (Diagonale des Filmformats ca 44 mm) während im
Mittelformat das 80mm-Objektiv bei 6x6 (Diagonale des Filmformats = 85,5 mm) bzw das 75mm-Objektiv bei 6x4,5 (Diagonale des Filmformats = 75,5 mm) als Normalobjektiv gilt.
Der Bildwdinkel des Normalobjektivs entspricht in etwa unserem Gesichtsfeld. Es bietet eine vernünftige
Lichtstärke und
Scharfzeichnung zu einem günstigen Preis.
Als solche werden diejenigen bezeichnet, deren Bildwinkel größer ist, als der des
Normalobjektivs. Im
Kleinbildsystem gilt also alles kleiner 50mm als
Weitwinkelobjektiv. Diese Objektive eignen sich dafür "viel" Motiv aufzunehmen. D.H. Totalaufnahmen von Landschaften oder Gebäuden. Sie haben aber Eigenschaften, die bedacht werden müssen, wenn sie eingesetzt werden. Ein
Weitwinkelobjektiv hat eine größere
Schärfentiefe als ein Tele- oder ein
Normalobjektiv. Das Bedeutet: Du kannst mit geringerer Blendenöffnung eine Vernüftige
Schärfentiefe erlangen, allerdings ist es aber auf der anderen Seite schwieriger etwas im Hintergrund in Unschärfe aufzulösen!
Eine weitere, sehr wichtige Eigenschaft dieser Objektive ist, dass sie bei kurzem Motivabstand Dinge die nah am Objektiv liegen übertrieben gross dargestellt und Dinge die entfert liegen, übertrieben klein! Dieses Phänomen nennt sich Perspektivische Verzerrung. Je näher du mit dem Weitwinkelobjektiv an ein Objekt herangehst, desto extremer ist dieser Effekt. Du kannst diesen Effekt nutzten um Dinge, Orte, Gebäude oder Menschen größer bzw kleiner darzustellen.
Vergleiche die Brennweiten
Teleobjektive sind diejenigen, deren Bildwinkel größer ist als der des
Normalobjektivs. Grundsätzlich sind die Eigenschaften umgekehrt der des
Weitwinkelobjektivs. D.H. Teleobjektive verfügen über weniger Schärfentiefe als Weitwinkel- und Normalobjektive. Wobei es hier einfacher ist, das Ergebnis zu modifizieren. Denn mit Blende 16 ist im allgemeinen genügend Schärfentiefe erreicht. Ausser bei Nahaufnahmen. lese dazu im Kapitel Blende Es ist einfacher, mit einem Teleobjektiv einen Bildteil in Unschärfe aufzulösen
Vergleiche die Brennweiten
Diese
Objektive haben einen festen Bildauschnitt. Dies hat den Vorteil, dass sie genau für diesen Bildausschnitt korrigiert sind und somit eine sehr gute Qualität haben. Sie sind für ein Einsatzgebiet konstruiert, d. h. entweder Weitwinkelfotografie, oder Telefotografie und nicht Beides. Wie du oben gelesen hast haben Weitwinkel-und Teleobjektive andere Charakteristiken.
Der Vorteil der guten Bildqualität wird allerdings damit bezahlt, das mehrere Objektive gebraucht werden und dies teurer ist und auch mehr wiegt.
Zoomobjektive decken ein gewisses Spektrum an Brennweiten ab. Es gibt sogar
Zoomobjektive, die vom extremen
Weitwinkel- bis zum extremen
Teleobjektiv reichen (24mm-300mm Kleinbild-Format). Es dürfte dir jetzt klar sein, dass du keine berauschende Bildqualität von solchen Objektiven erwarten darfst. Ich benutzte Zoomobjektive und finde sie sehr praktisch. Allerdings beschränke ich mich auf
Weitwinkelzooms und
Telezooms und habe nicht beide Typen in einem Objektiv. Ein 18-35mm und ein 70-300mm
Zoomobjektiv ist etwas anderes als ein 24-300mm
Zoomobjektiv.
Die Vorteile liegen auf der Hand: du kannst mit 2 Zoomobjektiven das Brennweitenspektrum abdecken und musst nicht 4 Objektive durch die Gegend schleppen. Außerdem kannst du den Bildwinkel durch Ein- oder Auszoomen schneller an die Situation anpassen, als wenn du deinen Standpunkt ändern müsstest. Du brauchst nicht ständig das Filter wechseln, wenn du von leichtes Tele auf extremes Tele wechselst, da es das selbe
Objektiv ist. Kurz: Mit Zoomobjektiven sparst du Zeit und Geld.
Die Nachteile sind: Die schlechtere Bildqualität, die sich bei guten Zoomobjektiven in Grenzen hält und das
Zoomobjektive schwerer sind als Festbrennweitige Objektive. Vorallem Telezooms mit einer grossen Lichtstärke wie ein 80-200mm f2.8 können ein beachtliches Gewicht auf die Waage bringen.
Shiftobjektive können aus ihrer optischen Achse herausbewegt werden um
perspektivische Verzerrung zu mildern oder zu vermeiden. Damit können Kleinbild- und Mittelformatkameras einen der Vorteile den
Großformatkameras haben für sich erschließen. Allerdings erlauben sie nur bedingte Perspektivkorrektur, da eben nur das Objektiv und nicht auch die Filmebene verstellt werden kann.