Die Kameratypen
Die
Kameratypen werden zum einem in Bezug auf die Größe des Filmaterials unterschieden und zum anderen, in Bezug auf ihre Sucher, ob sie automatisch scharfstellen (Autofocus) oder ob manuell Scharf gestellt werden und zwischen digital und analog.
Gleich vorweg, so etwas wie die beste Kamera gibt es nicht! Auch die Beste Marke ist nicht so richtig zu bestimmen. Wichtig ist nicht was draufsteht, sondern ob es für
dich funktioniert. Keine der Marken kann sich erlauben schlechte Kameras zu bauen, wenn sie in einem so konzentrierten Markt überleben will.
Verschiedene Kameras für verschiedene Aufgaben
Es gibt Kameras die sich besser für gewisse Aufgaben eignen und schlechter oder gar unbrauchbar sind für andere. Wer überwiegend Architekturaufnahmen machen will, sollte sich eine
Großformatkamera zulegen, bei der die
Perspektive geregelt werden kann. Wer lieber Objekte in Bewegung fotografiert, oder die Kamera mit auf Reisen nehmen will, bevorzugt vielleicht eine leichte Ausrüstung.
Bei den
Suchern unterscheiden wir grundsätzlich zwischen zwei Konstruktionsformen. Solche die über eine eigene Optik verfügen, und solche die eben keine eigne Optik haben und das Objektiv der
Kamera benutzen um das Bild auf den Sucher zu projektieren. Beide Suchertypen gibt es in verschiedenen Filmformaten.
Es gibt verschiedene Versionen des Suchers mit eigener Optik. Vom
Sportsucher
, der eigentlich nur ein Rahmen auf dem Kameragehäuse ist, bis zur Sucherkamera, die wohl der bekannteste Vertreter dieses Suchertyps sein dürfte. Alle haben gemein, das Sie das Motiv ohne Hilfe des Objektivs aufs Korn nehmen. Dies birgt (wie alles im Leben) Vor- und Nachteile.
Zu den
Vorteilen zählen: Grundsätzlich sind diese Kameratypen billiger als jene, die das Objektiv benutzen, da sie keine Umlenkmechanismen brauchen. (Außer die "Zweiäugige Spiegelreflefkameras", zu denen ich später etwas sage.) Auch sind sie leichter und schneller, eben weil sie ohne den Mechanismus der den Spiegel wegschwenken lässt, um Licht durchzulassen, auskommen. (siehe
Spiegelreflexkameras) Aus dem selben Grund sind Sucherkameras auch leiser als Spiegelreflexkameras.
Bei den Zweiäugige
Spiegelreflefkameras wird ein Objektiv zum einstellen der Aufnahme und ein zweites für die Aufnahme benutzt, dies bedeutet doppelte Kosten, da eben zwei Objektive gebraucht werden. Soweit ich weiß, werden diese Kameras nicht mehr gebaut.
Die
Nachteile dieser Kameratypen: Der wohl gravierenste Nachteil ist die Paralaxe. Heisst du siehst das Bild aus einer anderen Achse als das Objektiv, mit dem es aufgenommen wird. Meist liegt der Sucher höher und seitlich versetzt vom Objektiv. Diese Verschiebung kann dazu führen, das auf dem Familienfoto die Füsse abgeschnitten sind. Diese Paralaxe macht sich allerdings nur bei einem Aufnahmeabstand geringer als 3 Meter zum Objekt bemerkbar.
Hier gibt es Zwei unterschiedliche Systeme. Grossformatkameras, die das Objektiv nutzen um das Bild einzustellen. Dabei kann das Objekt auf der Mattscheibe beobachtet werden. Für die Aufnahme muss erst die Filmkassette eingelegt werden und die Mattscheibe kann nicht mehr zur Einstellung benutzten. Eine solche Kamera erfordert ein Stativ!
Das andere System ist wohl das bekanntere und eins der bekanntesten Kamerasysteme überhaupt: das Spiegel-Reflex-System. Hier wird durch das selbe Objektiv das Bild eingestellt und aufgenommen. Dabei sitzt ein Spiegel im Strahlengang, der die Lichtstrahlen auf die Mattscheibe projeziert. Beim Auslösen, schwenkt der Spiegel weg, und gibt den Weg frei für die Lichtstrahlen. Nach der Belichtung schwenkt der Spiegel wieder zurück. Dieses System hat natürlich auch Vor- und Nachteile.
Der wohl bedeutendste Vorteil dürfte sein, das du dass, was du im Sucher siehst, auch im Bild zu sehen bekommen wirst. Wenn du ein Zoomobjektiv benutzt, entspricht der Bildauschnitt dem des Suchers. (in den meisten Fällen zeigt der Sucher ca. 95% des Bildes.) Auch bei Filtern wie das
Polarisationsfiltern ist es wichting die Wirkung direkt zu sehen. Dies ist eigentlich auch schon der einzige Vorteil den dieses System hat, aber er wigt so schwer, das es reicht!
Die Nachteile dieses Kamerasystems entsprechen den Vorteilen der Sucherkameras. Der Mechanismus mit des schwenbaren Spiegels, hat seinen Preis. Ausserdem sind Kameras mit solch einem Merchanismus anfälliger, als jene, die "nur" einen Verschluss öffnen und schließen müssen. Der Spiegel produziert beim schwenken eine gewisse Vibration, die bei Langzeitbelichtungen zu verwackelten Bildern führen kann. Da der Spiegel während der Belichtung weg schwenkt, bleibt der Sucher schwarz, und wir sehen das Objekt nicht. Dies kann bei bewegten Objekten ein Problem sein.
Die Beiden Methoden der Fokusierung arbeiten im Endeffekt gleich. Es werden die Linsen im Objektiv in Enternung zu einander verschoben um den Brennpunkt des Objektivs zu verändern. Der Unterschied zwischen
Autofokus und manualer Fokusierung ist hier, das beim
Autofokus die Entfernung zum Motiv gemessen wird und das Objektiv auf diese Entfernung scharf gestellt wird, während bei der manuellen Fokusierung die Entfernung am Objektiv direkt eingestellt wird oder du im Sucher das Motiv beobachtest, während du den Fokusierring drehst. Mehr zu diesen beiden Fokusierarten kannst du im Kapitel zu den
Objektiven lesen.
Das Kleinbildformat oder auch 35mm-System ist wohl das bekannsteste und weitverbreiteste Filmformat. Einige Modelle sind schon zu einem sehr akzeptablen Preis erhältlich.
Die Vorteile:
Es gibt die Größte auswahl an Filmmaterial und an Objektiven für dieses Filmformat.
Die Kameras sind meist leicht und schnell.
Die Nachteile sind: Das Fimformat ist verhältnismäßig klein und erfordert schon für ein kleines Bild eine starke Vergrößerung. (siehe
Vergrößerungsfaktoren der Negative)
Der Film hat 24 oder 36 Bilder die alle im gleichen Prozess entwickelt werden. es ist also nicht möglich, einzelne Negative speziell zu entwickeln.
Das Mittelformat ist größer als das Kleinbildformat, jedoch kleiner als das Großformat. Hier werden folgende Negativdimensionen unterschieden. Das kleine 4,5 x 6 cm Filmformat, das Qudratische 6 x 6 cm Format und das größere 6 x 7 cm Format. Das 6 x 9 cm Format ist eher selten. Soweit ich weiss hat nur
Fuji
Kameras in diesem Format. All diese Formate benutzen aber den gleichen Film. Es werden 2
Mittelformatfilme unterschieden: Der 120er und der 220er. Der Film ist auf eine Spule gewickelt und eine leere Spule sitzt in der Kamera bzw im Filmmagazin. Der 220er unterscheidet sich vom 120er darin, das er eine Papierunterlage hat, die ihm vor Lichteinfall schützen soll. Die Filmmagazine können entweder den 120er oder den 220er aufnehmen.
Es gibt auch verschiedene Kamerasysteme. Die Sucherkamera oder die Spiegelreflexkamera. Die Systemkamera im Mittelformat, erlaubt dir, deine Kamera individuell zusammenzustellen. Es gibt Lichtschachtsucher, bei der die Kamera in Brusthöhe gehalten wird und von oben auf die Mattscheibe geschaut wird, oder Prismensucher, wie im 35mm-System bei der die Kamera in Augenhöhe gehalten wird. Du kannst auch beide kaufen und je nach Bedarf austauschen. Der Film sitzt bei diesen Kameras in auswechselbaren Fillmmagazinen, so kannst du mehrere Filmagazine mit verschiedenen Filmen laden. Es gibt diese Kameras mit
Schlitz- und Zentralverschluss.
Vergrößerungsfaktoren der Negative
Das Großformat gibt es auch in verschiedenen Formaten. Das kleinste Negativformat misst 4 x 5 Zoll (ca 10 x 12,5 cm) und es geht bis 10 x 15 Zoll (ca 25 x 38 cm). Bei den Großformatkameras werden grundsätzlich zwei verschieden Typen Unterschieden. Die Field-Cameras und die View-Cameras. View-Cameras haben ein festes Gehäuse
während die Field-Cameras nicht wirklich über ein Gehäuse verfügen, sondern vorne und hinten eine Platte haben die durch ein schwarzen akordionartigen Stoffkanal verbunden sind. In der vorderen Platte ist das Objektiv eingesetzt und in der hinteren sitzt die Mattscheibe oder die Filmkasette, je nach dem ob gerade eingestellt oder fotografiert wird. Die beiden Platten sind unabhängig von einander schwenk- und neigbar. Dies erlaubt die perspektivische Verzerrung zu vemeiden. Vergleiche:

In beiden Zeichnung, wird ein Bild von einem großen Objekt aufgenommen. In der ersten Zeichnung benutze ich eine Kamera, die keine Schwenkbare Standarte hat, ich muss also die Kamera neigen um das ganze Objekt auf Bild zu bekommen. Da die Linien des Objekts und das Negativ nicht parallel zu einander liegen, und somit der obere Teil des Objektes entfernter ist als der untere, erscheinen die Linien auf dem Bild nicht parallel.
Im zweiten Beispiel wird eine Kamera mit neigbarer Standarte benutzt. Die Negativebene bleibt parallel zum Objekt und nur das Objektiv wird geneigt, um das Objekt ganz aufs Bild zu bekommen. Auf dem Bild erscheinen die Linien Parallel.
Es gibt fürs Kleinbild- und Mittelformat Objektive die einen ähnlichen Effekt erlauben. siehe
Shiftobjektive
Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist dies einer der großen
Vorteile des Großformats (zumindest der Field-Cameras). Ein weiterer ist der des großen Bildformats, das eine enorme Detailgenauigkeit bietet, da das Negativ oder Positiv nich so stark vergröerst werden muss. Siehe
Vergrößerungsfaktoren der Negative. Das Negativ ist einzeln, d. H. je ein Bild pro Film. dies hat den Vorteil, das du das Bild speziel entwickeln kannst, aber der Nachteil ist, das das Filmmaterial teurer ist und auch mehr Platz einnimmt. Um 36 Bilder wie im Kleinbildformat mit zunehmen, ist der Rucksack schon etwas überfordert.
Nach all diesen
Kameratypen mit verschiedenen Suchern und Filmmormaten, stellt sich die Frage:
Welche ist die beste Kamera
für mich? Denn so etwas wie die beste Kamera überhaupt, gibt es nicht! Genauso wenig wie das beste Auto, oder das beste Sonstirgentwas! Wenn ich gerne Lasten transportiere, bringt mir ein Ferrari herzlich wenig! Es ist also wichtig zu wissen, was du denn
fotografieren willst. Ausserdem ist wichtig, wieviel Zeit und wieviel Geld du in die Fotografie investieren willst? Wenn du ab und zu fotografieren willst, lohnt es sich kaum dir eine teure Kameraausrüstung zuzulegen. Wenn du gerne Architektur fotografieren möchtest, ist eine Großformatkamera mit Möglichkeit der Perspektivkorrektur ratsam. Bei Sportaufnahmen oder Fotos von Objekten in Bewegung, rät sich eine Kleinbildkamera die schnell und leicht ist.
Es gilt also zu wissen, welcher Typ von Kameras sich für die Art der Fotografie eignet, die dich interessiert.
Um wieder auf das Architekturbeispiel zurückzugreifen: Es lohnt sich eher eine gebrauchte Großformatkamera und ein Objektiv mit geringer
Lichtstärke zu kaufen, als die neuseste Kleinbildkamera mit teuerstem Objektiv. Bei der Architekturfotografie im Grossformat brauchst du keine große Lichtstärke, denn das Foto machst du eh vom
Stativ. Nach dem du das Bild eingestellt hast und die Filmkassete eingelegt hast, siehst du das Objekt nicht mehr auf der Mattscheibe, deshalb kommst du um ein Stativ nicht herum. Allerdings bietet die Großformatkamera gerade die Möglichkeit, die
perspektivische Verzerrung auszugleichen.
Für Sportaufnahmen oder Aufnahmen von Objekten in Bewegung ist eine Grossformatkamera eher ungeeignet; eben wegen des Verlusts des Objektes nach Austausch der Mattscheibe durch die Filmkassette.
Wichtig, und zwar egal ob Kleinbild-, Mittelformat- oder Großformatkamera ist, dass die Ergonomie stimmt. Dass die Finger nicht lange nach den Knöpfen suchen müssen.