Der Blitz
Der
Blitz ist eine Lichtquelle die an der Kamera angeschlossen wird und erlaubt unabhängig vom Tageslicht zu fotografieren. Meist wird er eingesetzt, wenn das Tageslicht nicht ausreicht, um die Aufnahme zu machen, entweder weil das Motiv sich bewegt und ein schnelle Verschlußzeit verlangt, oder weil es gar so dunkel ist, das keine Details aufs Bild kämen. Der
Blitz kommt in verschiedenen Ausführungen, es gibt ihn als integrierten
Bliz in der Kamera oder als Zubehörblitz zum aufstecken, außerdem gibt es Blitzanlagen. Alle liefern Licht, aber selten meist reicht es nicht bis in den Hintergrund und er bleibt dunkel. Er kann aber auch eingesetzt werden, wenn zu viel Licht vorhanden ist und damit der Kontrast zu groß ist. siehe
Aufhellblitz.
Wir haben schon bei den
Verschlusstypen gesehen, dass die verschieden Typen sich auf die
Blitzsyncronzeit auswirken. Die Zentralverschlüsse erlauben ein Blitzen bei jeder Verschlusszeit also bis zu ¹/
500 sek. Die Schlitzverschlüsse hingegen sind in der
Blitzsyncronzeit limitiert. ¹/
60 sek. bei äteren Kameras und ¹/
125 sek. bis ¹/
250 sek. bei neueren Kameras. Das kommt daher, dass der Verschluss aus 2 Vorhängen besteht, der erste öffnet und gibt den Weg für das Licht frei, und dann schließt der zweite Vorhang wieder. Bei schnellen Verschlusszeiten, wie z. B. ¹/
500 sek. ist nie das ganze Bildfeld geöffnet. die Zeichnung unten verdeutlicht das.
Die
Blitzleitzahl kannst du dir als Maßeinheit für die Blitzpotenz vorstellen. Es gibt zwei Möglichkeiten, sie zu ermitteln, je nachdem ob du wissen willst, mit welcher Potenz du deinen
Blitz benutzen willst, bzw. musst oder welche Blende du benutzen musst, um die gewüschte Belichtung zu erreichen.
Die erste Formel benutzt du, wenn du wissen willst, mit welcher Blende du die Aufnahme machen musst, um die gewüschte Belichtung zu erhalten. Wie du oben gesehen hast, ist die Verschlußzeit, mit der du einen
Blitz auslösen kannst beschränkt und das
Blende und Verschlusszeit zusammen die Belichtung bestimmen hast du schon gelesen. Wenn also Verschlusszeit limitiert ist, musst du die Belichtung über die Blende regeln. Ein Beispiel verdeutlicht es:
Dein
Blitz hat eine
Leitzahl von 52, also ein sehr starker
Blitz und du willst ein Objekt in 6,5 Meter Entfernung fotografieren. Der
Blitz ist auf volle Leistung eingestellt und die notwendige Blende errechnet sich für dieses Bild: 52 : 6,5 = 8. Wenn du also das Bild mit f8 aufnimmst, wird das Blitzlicht bis zum Objekt reichen.
Die zweite Formel wendest du an, wenn du wissen wills, mit welcher
Leitzahl oder Potenz du das Bild aufnehmen musst. Zum Beispiel willst du das selbe Objekt wie oben aufnehmen, diesmal allerdings mit einer Blende von 4, damit das Bild nicht zu viel Särfentiefe bekommt und mit einem Aufnahmeabstand von 3 Metern. 4 x 3 = 12. Es ist also eine
Leitzahl von 12 notwendig um die Blende auf 4 öffnen zu können. Das bedeutet bei einem Blitz mit
Leitzahl 52 die Potenz auf ein viertel zu reduzieren (52:4=13). Hier die Formeln.
Die Formeln beziehen sich im allgemeinen auf eine
Filmempfindlichkeit von ISO 100. Bei einem Wechsel von 1 Blende in Bezug auf Filmempfindlichkeit also 50 statt 100 ISO ist der Faktor 1,4 anzuwenden. Also bei unserem
Blitz mit
Leitzahl 52 bei 100 ISO erreichen wir eine
Leitzahl von 52:1,4 =37 und bei ISO 200 = 72.
Sowohl Kompaktkameras als auch modernere Spiegelreflex- und Sucherkameras haben einen
Blitz integriert. Sei es ausklappbar wie bei den modernen Spiegelreflexkameras oder sichtbar, sei er automatisch auslösend bei lichtmangel oder zuschaltbar. Diese Blitze sind sehr limitiert in ihrer Potenz, ein solcher
Blitz verfügt über eine
Leitzahl von 12 - 15 und mit der oben genannten Formel, kannst du errechnen, wie weit das Licht eines solchen Blitzes reicht. Da eben so ein
Blitz nicht sehr weit reicht und bei den Kompacktkameras auch nicht regelbar ist, läufst du Gefahr, den Vordergrund überbelichtet und den Hintergrund schwarz zu bekommen. Der Integrierter
Blitz eignet sich hervorragend als
Aufhellblitz (siehe unten), aber nicht ernsthaft um ein Motiv auszuleuchten. Ein weiterer hervorragender Einsatz für den integrierten Kamerablitz, ist das Auslösen eines Blitzes der nicht an der Kamera angeschlossen ist. Siehe
Bildgestalltung II - Blitzen.
Um eben ein Motiv auszuleuchten, hat uns die Fotoindustrie mit Zubehörblitzen gesegnet. Diese kommen in verschiedenen Größen und Gewichten daher, aber was wirklich interessiert sind hier andere Daten. Zu ersteinmal unterscheiden wir zwischen dedicated (Systemblitz) und non dedicated, d. H. zwischen Bliten die für dein Kamerasystem entwickelt worden, oder Blitzen die für alle Kameras entwickelt wurden. Canon und Minolta/Sony z. B. haben bei den neureren Modelen eigene Zubehörschuhe, d. H. du wirst entweder einen Adapter benutzen, oder dir einen Dedicated-Blitz kaufen müssen. Jedes Kamera System hat seine eigene Technologie fürs
TTL-Blitzen sei es ADI bei Minolta oder 3D bei Nikon. Es gibt Dedicated-Blitze auch von Drittanbietern, wie z.B. Sunpack.
Ein wichtiger Faktor um einen
Blitz zu wählen ist wie immer die Frage: „Was willst du fotografieren?” Denn auch hier gilt, kauf nur das was dir wirklich nutzt, wenn du Portraitbilder machen willst, stehst du höchsten 1,50 - 2 Meter von Motiv entfernt und fotografierst in der Regel mit offener Blende. Ein Blitz der 10 Meter weit kommt oder besser gesagt eine Leitzahl von 48 hat, bringt dir herzlich wenig und du hast etwa 200 Euro ausgegeben, die du für sinnvolleres (z. B. einen Hintergrund) einsetzten könntest. In diesem Fall, würde der integrierte Blitz deiner Kamera reichen, allerdings kannst du nicht indirekt Blitzen oder andere kreative
Blitztechniken nutzen (siehe Blitzen im 2. Teil Bildgestaltung II).
Damit haben wir schon ein wichtiges Detail des Blitzes gesehen;
die Leitzahl. Dann bleibt auch schon nicht mehr soviel. Es gibt Blitze mit einem statischen Blitzkopf und Blitze, die einen Blitzkopf haben, der neigbar (vertikal) ist oder sogar schwenkbar(horizontal) und neigbar. Dies könnte interessant sein, wenn du viele Bilder im Hochformat aufnehmen willst und dabei
indirekt Blitzen willst
Es gibt sogar Blitze die den Kopf in den negativen Bereich neigen können. Dies ist bei der Nahfotografie interessant, obwohl da schon eher ein
Ring oder Makroblitz interessanter ist, wenn du viele Detailfotos machen willst. Beachte das Zubehör für den Blitz, Streuscheiben, externe Batterypacks für Vielblitzer praktisch für Hochzeitsfotografen und andere soziale Veranstaltungen.
Je nachdem also was du fotografieren willst, solltest du für dich entscheiden, wieviel Details dein
Blitz haben soll.
TTL blitzen hat die Blitzfotografie deutlich vereinfacht, allerdings ist diese Blitzfotografie nur mit Dedicatetd-Blitzen und Spiegelreflezkameras möglich. TTL bedeudet "Through The Lens" durchs Objektiv. Es sitzt eine Fotodiode in Nähe der Filmebene oder des Chips und misst das abgegebene Blitzlicht durch das Objektiv. wenn genügend Licht auf den Film/Chip gekommen ist, sendet sie ein signal zum
Blitz und der Blitzstrahl wird abgeschaltet. Zusammen mit dem
Autofocus, der die Entfenung zum Motiv misst, ist es somit deutlich einfacher die korrekte Menge Blitzlicht auf den Film zu bekommen.
Bisher gehen wir davon aus, das der
Blitz nur bei Lichtmangel benutzt wird, es gibt aber die Situation, in der wir genau dann einen
Blitz brauchen, wenn zuviel Licht herrscht. Stell dir einen strahlenden Sommertag vor und du willst Mittags eine Aufnahme machen. Es ist die hellste Tageszeit und doch kann genau deshalb ein
Blitz nötig werden. Warum? Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten und sowohl Filmmateriel als auch der Chip einer Digitalkamera haben ein begrenztes Kontrastvermögen. Bleiben wir bei unserer mittäglichen Aufnahme und sagen wir es sei eine Portraitaufnahme.
Ohne
Reflektor und ohne Aufhellblitz, hätte unser Modell einen Schlagschatten unter der Nase und der Unterlippe, das Kinn würde einen Schatten auf den Hals werfen und die Augen würden in den Schatten verschwinden. Was tun wir also? wir setzen einen
Blitz ein, der etwas Licht in die Schatten wirft oder sie aufhellt. Der
Aufhellblitz muss dabei so dosiert werden, das nur die Schatten aufgehellt werden und die anderen Bildpartien nicht in Mitleidenschafft gezogen werden. denn vergiss nicht, es herrscht viel Licht und wenn wir dazu noch blitzen, "brennen die Lichter aus" d. H. die hellen Bildpartien erscheinen weiss und ohne Details.
Der
Aufhellblitz ist in der Regel so eingestellt, dass er 1-2 Blenden unterbelichtet. du solltest inzwischen wissen was das bedeutet.!
Wie ich oben schon erwähnt habe, ist ein Ringblitz oder ein Makroblitz interessant, wenn du viele Detailfotos machen willst. Diese Blitze werden auf das Objektiv gesetzt. Der Ringblitz, wie der Name schon sagt, ist Ringförmig und umschließt das Objektiv. Ein wichtiger Punkt bei diesen Blitzen ist, dass das Bild keine Schatten hat, da das Licht von allen Seiten kommt. Ob es ein Vor- oder Nachteil ist bleibt dir überlassen und kommt sicherlich auf das Motiv an. Übrigens muss der Ringblitz nicht nur für die Makrofotografie eingesetzt werden. Professionelle Fotografen haben schon oft gezeigt, das dieser
Blitz auch bei der Modellfotografie eingestzt werden kann.
Die Makroblitze oder Zwillingsblitze, sind zwei kleine Blitzköpfe, die unabhängig von einander positioniert werden können und so das kleine Objekt beleuchten. Eine Anschaffung lohnt allerdings nur wenn du dich intensiver mit Makrofotografie beschäftigen willst.
Die Blitzanlage oder Stuioblitz sind Blitzleuchten, die auf Lampenstativen montiert werden, und über Kabel oder Infrarotsignal oder Signalblitz ausgelöst werde. Sie sind genügend potent um ein Studio auszuleuchten und es ist möglich und üblich 2-3 Studioblitze gleichzeitig auszulösen. Ich gebe sie hier nur der Vollstädigkeit halber an. Sie sind teuer und eigentlich nur für Profis gedacht. Es gibt sie mit Baterie um sie drau&ssen (on location) einzusetzen oder per Netzkabel im Studio. Es gibt eine ganze Reihe von Auswechselbaren Reflektoren und Aufsätzen. Ein Kit von 2-3 Studioblitzen kostet etwa 1000 €. Wichtig zu wissen ist, das sie nicht mit der Leitzahl arbeiten, sondern Wattsekunden. Wer mit einer Blitzanlage arbeiten will, kommt nicht um ein
Blitzbelichtungsmesser rum.