Die Blende und der Verschluss
Die
Blende ist eine relative Öffnung im Objektiv. Sie steht im Verhältnis zu Objektivdurchmesser und Brennweite, d. H Blende 4 lässt immer gleichviel Licht durch, egal ob in einem
Weitwinkelobjektiv oder in einem
Teleobjektiv. Die
Blende regelt zusammen mit dem
Verschluss die Lichtmenge, die zum Film bzw Chip kommt. Gleichzeitig nimmst du mit der Wahl der Blende Einfluss auf die Ausdehnung der
Schärfentiefe.
Die Öffnung von f2.8 (f = Blende) ist doppelt so groß wie die von f4. Da diese Angaben relativ zur Öffnung des Objektivs sind, muss die
Blende (Der Teil, der Licht abhält) f4 doppelt so groß sein wie f2.8. Wichtig ist zu wissen wie das Verhätnis zwischen Licht und
Blende ist. Also das mit jedem Blendenschritt die Lichtmenge verdoppelt bzw halbiert wird, je nach dem ob du abblendest (die
Blende um einen Schritt schliesst) oder aufblendest (die
Blende um einen Schritt öffnest)
Es gibt aber nicht nur ganze Blendenschritte, sondern auch entweder halbe oder drittel Blendenschritte. Die älteren Kameras haben noch drittel Blenden, und die neueren halbe. Der unterschied ist nicht so gravierend.
Die größte Öffnung (kleinste Blendenzahl) ist auch gleichzeitig die Lichtstärke des Objektivs.
Blende 8 bei (gleicher Verschlusszeit) entwirft immer ein gleich helles Bild, egal ob die Lichtstärke des Objektivs 8 ist, oder auf 8 abgeblendet wird, egal ob es sich um ein Weitwinkel-, Normal- oder Teleobjektiv handelt. Die Helligkeit bleibt die selbe, es verbessert sich aber die Schärfe beim Bild des abgeblendetem Objektiv (siehe
Schärfeleistung)
Bei älteren Kameras wird die
Blende direkt über einen Ring am Objektiv eingestellt. Diese Objektive zeigen auch meisst eine Schärfentiefenausdehnung am Objektiv an.
Im Gegensatz zur
Blende regelt der
Verschluss die Zeit, in der Licht zum Film bzw. Chip gelangt. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Zentralverschlüssen, die im Objektiv eingebaut sind, und Verschlüssen, die im Kameragehäse sitzten. Erstere findet man in
Grossformatkameras und einigen
Mittelformatkameras. Wiedereinmal sehen wir die Vor- und Nachteile beider Systeme. Zentralobjektive öffnen und schließen sich sternförmig. Das erlaubt dem Fotografen bei allen
Verschlusszeiten zu blitzen. Allerdings bedeutet dies auch das die kürzeste
Verschlusszeit bei ¹/
500 sek. liegt und die
Lichtstärke geringer ist, meist liegt sie bei f4.
Bei den Verschlüssen im Kameragehäuse gibt es vertikal- und horizontalablaufende Metall- oder Stoffverschlüsse. Meist sind es aber horizontal ablaufende Verschlüsse aus schwarzem Stoff. Wobei es sich eigentlich um 2 "Vorhänge" handelt. Einer öffnet und der zweite schließt. Anders würde eine Seite mehr
Belichtung erfahren als die andere. Diese Verschlüsse arbeiten wesentlich schneller (bis zu ¹/
12000 sek. wenns denn nötig ist.) Allerdings sind die
Blitzsyncronzeiten wesentlich länger. ¹/
60 sek. bei älteren Kameras und ¹/
125 sek. bis ¹/
250 sek. bei neueren Kameras. Es gibt natürlich Werbetexte die sagen das jetzt bis zu ¹/
8000 sek. geblitzt werden kann, aber das sind kurze Stroboskop-Blitze, bei denen die
Blitzleitzahl deutlich sinkt.
Die
Verschlusszeiten, jene Zeit also, in der der Verschluss Licht auf den Film bzw. Chip lässt, verdoppelt sich. (bzw halbiert je nach dem...) Deine Kamera hat folgende Belichtungszeiten: (in Sekunden). Es gibt drittel bzw. halbe Schritte.
Wie sicherlich klar geworden ist, regeln sowohl die
Blende als auch der
Verschluss das Licht, das den Film bzw. Chip belichtet. Daraus resultiert auch das beide in Relation zu einander stehen müssen. An Hand eines Beispiels wird es deutlicher. Nehmen wir an die
Blende sei ein Trichter. Wenn wir nun eine Flasche mit 2 Litern Wasser füllen wollen, brauchen wir mehr Zeit, Je kleiner die Öffnung des Trichters ist. So wirken auch
Blende und
Verschluss miteinander. Beide verdoppeln bzw. halbieren sich mit einem Schritt. D.H. wenn ich die
Blende um einen Schritt öffne z.B. von f4 auf f2.8 und gleichzeitig die
Verschlusszeit um einen Schritt verkürze, etwa von ¹/
60 sek. auf ¹/
125 sek. erhalte ich, was die
Belichtung des Bildes betrifft das gleiche Ergebnis. Allerdings ändert sich die
Schärfentiefe. Ich kann also entscheiden mit welcher
Blende und
Verschlusszeit ich das Bild aufnehme. Wofür ist das gut? Einen Grund habe ich bereits mit der die Schärfentiefe genannt, ein anderer Grund kann sein, das ich kein
Stativ dabei habe oder dass ich die
Blitzsynchronzeit nicht unterschreiten will. Hier einige Kombinationen, die alle die gleiche Belichtung hervorrufen:
Die
Schärfentiefe, ist die
Schärfe, die sich in die Tiefe des Bildes ausdehnt. Natürlich hat das Bild selbst keine Tiefe, da es Zweidimensional ist, aber das Motiv hat selbstverständlich Tiefe. Ein Bild ist aus Bildpunkten aufgebaut. Ähnlich wie bei einem Computer. Wenn der Bildpunkt einen Durchmesser von bis zu einem zehntel millimeter hat, erscheint er unserem Auge als scharf. Das Licht tritt nicht nur Frontal durch die Linse ins Objektiv ein, sondern auch von schräg oben, unten, links und rechts. diese Lichtsrahlen verzerren den Bildpunkt auf der Filmebene bzw dem Chip. Durch Abblenden (kleine Öffnung, große Zahl) werden die Lichtstrahlen abgehalten, die von "sehr schräg" eintreten und damit verringern sich die verzerrten Bildpunkte und die Schärfe breitet sich von der Mitte des Bildes zu den Rändern aus.
Die Schärfentiefe liegt einen Drittel vor und zwei Drittel hinter der Schärfenebene (der Punkt auf dem fokusiert wird).
Die Schärfentiefe nimmt mit Verkleinerung des Aufnahmeabstands ab und zwar proporzional zum Quadrat der Entfernung. D. H. wenn du den Abstand halbierst, verringert sich die Schärfentiefe 4 Mal.