Die Fotografie ist ein statisches Medium, deshalb ist es nur möglich
Bewegung anzudeuten, aber nicht sie direkt darzustellen. Zu erst musst du entscheiden ob du die
Bewegung zeigen willst, oder die
Bewegung einfrieren. Es besteht kein Unterschied zwischen dem Foto eines parkendem Autos und eines fahrendem, wenn wir beim fahrendem nicht die
Bewegung andeuten. Dazu stehen uns verschieden Symbole zur Verfügung. Im folgenden erkläre ich diese Symbole und die Techniken, die nötig sind um ein Motiv in
Bewegung zu fotografieren.
Wenn die Belichtung kurz genug ist, ist es möglich eine Pistolenkugel im Flug so darzustellen, dass es den Anschein hätte sie stünde still. Es könnte interessant sein, einen Sportler in der Bewegung einzufrieren oder einen Wassertropfen, im Moment in dem er auf die Wasseroberfläche trifft. Aber all diese Bilder verlieren die Dynamik der
Bewegung und sind nur interesant, weil sie uns erlauben die Dinge so zu sehen, wie das menschliche Auge es nicht könnte. Es ist uns nicht möglich, einen Wassertropfen anzuhalten und in dem Moment zu betrachten in dem er die Wasseroberfläche berührt.
Grob gesagt werden Objekte in Bewegung ab einer Belichtungszeit von ¹/
125 sek. "eingefroren" dargestellt und bei einer Verschlusszeit bis zu ¹/
125 sek. erzeugen wir Bewegungsunschärfe. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: 1. Die Geschwindigkeit des Objekts. 2. Die Richtung in der sich das Objekt bewegt. Ein Objekt, das sich auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, erzeugt nicht so leicht Bewegungsunschärfe, wie eines, das sich von einer Bildseite zur anderen bewegt, da sich im ersteren Fall nur die Größe des Objekts im Bild ändert. 3. Der Aufnahmeabstand. Ein Flugzeug, das mit 900 KM über den Himmel zieht, wird sehr schwer bei ¹/
500 sek. mit Bewegungsunschärfe dargestellt, während am Flughafen, wenn es dicht über dir hinwegfliegt bei ¹/
125 sek. schon sehr starke Bewegungsunschärfe zeigt.
Bewegungsunschärfe dürte wohl das bekannteste und auch wirkungvollste Symbol für
Bewegung sein. Dabei haben wir zwei grundsätzliche Möglichkeiten dies zu erreichen:
Mitziehen und
Verwischen. Mehrfachbelichtung ist eine andere Möglichkeit eine Bewegungssequenz darzustellen. eine weitere ist das
Mehrfachblitzen (Blitzen).
Mitziehen bezeichnet man eine Technik, bei der mit der Kamera dem Motiv in der
Bewegung gefolgt wird, dadurch erscheint das Motiv scharf aber der Hintergrund verwischt. Diese Bilder erzeugen eine eindrucksvolle Illusion von
Bewegung. Je schneller das Objekt in
Bewegung, also je schneller du die Kamera mitziehst, desto verwischter wird der Hintergrund.
Mehrfachbelichtung ist eine weitere Möglichkeit um Bewegung darzustellen. Es werden während der
Bewegung mehrere Bilder aufs gleiche Negativ fotografiert und jedes Mal hat sich das Motiv weiter bewegt. Dazu brauchst du allerdings eine Kamera die dir diese Möglichkeit bietet. Wichtig ist dabei das du einen dunklen Hintergrund benötigst, da die verschiedenen Aufnahmen geisterhaft und etwas durchsichtig sind. Wenn du viele Details im Hintergrund hast, scheinen sie durch das Hauptmotiv durch.
Siehe auch die Möglichkeiten der Bewegungsdarstellung bei den
Blitztechniken.